Rückblick Campus Talk „Wirtschaft & Chemie“ am 16. Oktober 2017 mit ALTANA an der Universität Bayreuth

 

 

„Wirtschaft & Chemie“ – Dieses Thema diskutierten am 16. Oktober drei Wissenschaftler und zwei Praktiker mit Studierenden der Universität Bayreuth. Aktueller Anlass für diese Thematik ist der globale Wettbewerb um Spitzenforscher in der Wissenschaft sowie um Top-Nachwuchskräfte in der Industrie und die Frage, wie sich die Rahmenbedingungen für Inventionen, im Sinne echter Erfindungen, und Innovationen, d. h. Produktentwicklungen bis zur Marktreife, verbessern lassen.

Der Campus Talk gab Studierenden die Gelegenheit, Fragen rund Studium, Wissenschaft, Industrie und Existenzgründung mit Experten zu diskutieren.

Zum Auftakt betonte Prof. Dr. Andreas Greiner, Inhaber des Lehrstuhls Makromolekulare Chemie an der Universität Bayreuth und Leiter Future Solutions der Neue Materialien Bayreuth, dass es für die Wissenschaft primär darum ginge, Grundlagenforschung zu betreiben, aber die Fragen der Industrie auch neue Grundlagenforschung ermöglichen. Es sei wichtig für gefundene Lösungen auch Probleme zu finden. Ob dafür öffentliche Institutionen für Projektanbahnung und finanzielle Förderung nötig seien, beantwortete Prof. Dr. Josef Breu, Lehrstuhlinhaber Anorganische Chemie und Sprecher SFB 840 der Universität Bayreuth mit einem klaren Nein, denn „was öffentliche Gelder benötigt, ist nicht industrierelevant.“

 

Dr. Christoph Schlünken, Mitglied des Vorstands der ALTANA AG betonte, dass ALTANA vielfältige Kooperationen mit Universitäten pflege und essentiell für den Erfolg sei, dass sich die Kooperationspartner „auf Augenhöhe“ begegneten. „Es ist immer ein Geben und Nehmen“, so Schlünken. Wichtig seien da „Werte wie Offenheit für Menschen und Kulturen, Handlungsspielräume, Wertschätzung und Vertrauen“, die auch ALTANA besonders vertrete. „Diese seien eine wesentliche Voraussetzung für Innovationen – nicht nur die Fachkompetenz.“

 

Dr. Stephanie Hiltl, Leiterin F&E Metal Pigments – New Technology, bei der ECKART GmbH, einem ALTANA-Unternehmen, konnte als „Young Talent“ berichten, wie sie den Wechsel von der Universität in die Industrie erlebt hat. „Mir haben Kurse wie Projekt- und Konfliktmanagement während der Dissertation sehr geholfen, mich auf die Arbeit im Unternehmen vorzubereiten. Zum Beispiel ist meine Vertriebsmitarbeiterin in Asien unterwegs, erfährt dort von Kunden Feedback, spielt dieses an das Team in Deutschland zurück und daran wird dann weitergeforscht. Das sind vielfältige organisatorische Aufgaben, die zu den Forschungs- und Entwicklungsaufgaben hinzukommen. Da kommen mir die Management-Skills zugute.“

 

Asien und insbesondere China mit ihrer hohen Motivation, immer besser zu werden, standen als Thema vielfach im Zentrum. Greiner empfiehlt daher den Studierenden: „Fahren Sie da einmal hin. Dann erleben Sie die Dynamik. Das ist spannend und steckt an.“

 

Prof. Dr. Torsten Eymann, Vizepräsident Informationstechnologie und Entrepreneurship, sowie Lehrstuhlinhaber Wirtschaftsinformatik, gab dasCommitment ab, dass die Universität Bayreuth mehr naturwissenschaftliche Startups fördern wolle. „Für eine Laborausstattung braucht man als Startup die Universität. Da ist mehr Ausstattung nötig als z. B. in IT-Startups.“ Auch Schlünken betont, dass „ein Konzern neue Wege gehen muss“, wenn es um die Integration von Startups gehe. ALTANA habe das bereits praktiziert und neue Strukturen etabliert, so dass Startups als eigenständige Unternehmen neben dem Konzern bestehen könnten. Beide sind sich einig, dass Gründertum für junge Menschen eine große Chance darstellt.Eymann betont: „Entrepreneurship, also zu gründen, bedeutet, dass man etwas für sich selbst unternimmt, dass man verantwortungsvoll denkt und handelt und sich selbst ausprobiert. Das Risiko des Scheiterns führt im schlimmsten Fall dazu, dass der Studentenstatus wieder eintritt. Dann aber mit vielen Erfahrungen im Gepäck, die ein großes Prä darstellen.“ Prof. Breu ergänzte:  „Wir müssen die jungen Leute zu motivieren, selbständig zu werden. Dafür ist die Promotion ein relevanter Teil der Ausbildung. Denn Fehler zu machen, ist wichtig, da problemlösendes Denken und Kreativität damit steigen.“

 

Von den Studierenden wurde gefordert, die Durchlässigkeit zu verbessern. Die Entweder-Oder-Entscheidung für eine akademische Laufbahn oder den Weg in die Industrie wurde in mehreren Wortbeiträgen kritisiert. Eymann nahm diesen Aspekt auf und ergänzte: „Für das mittlere Karrierefeld bietet die Universität wenige Anreize zum Zurückkehren.“ Einmal in der Industrie sei der Weg zurück an die Universität z. B. für eine Innovationsphase schwierig. Dabei „geht das im Ausland häufig, auch in Bayreuth ist das bald möglich“.

 

Schlünken und Greiner ermunterten die Studierenden zu mehr Ausprobieren und Eigeninitiative. Bei ALTANA seien Anfragen nach Praktika, Studenten-Jobs, Bachelor- oder Masterarbeiten sowie Promotionen immer willkommen, so Schlünken. Greiner verriet: „Mein Professor hat gesagt, ‚wir probieren die wissenschaftliche Karriere mal zwei Jahre‘. Man muss Vertrauen haben und sich mal ausprobieren.“

 

Zur Vertiefung empfehlen wir Ihnen folgende Literatur:

  • www.altana.jobs, u. a. mit vielen Erfahrungsberichten aus der Praxis
  • Projekt-Safari: Das Handbuch für souveränes Projektmanagement – Mario Neumann – Campus Verlag 2017 // Harvard Business Manager Edition 1/2016: Harvard-Klassiker Führung – Christoph Seeger
  • Business Model Generation: Ein Handbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer. Osterwalder & Pigneur, Campus Verlag 2011

 

Bei Interesse stehen Ihnen folgende Ansprechpartner für den weiteren Austausch zur Verfügung:

 

 

Die Veranstaltungsreihe “Handelsblatt Campus Talk”

Mit dem „Handelsblatt Campus Talk“, der Veranstaltungsreihe der Handelsblatt Hochschulinitiative, treten Führungspersönlichkeiten der deutschen Wirtschaft in den Dialog mit interessierten Studierenden. Getreu dem Motto der Handelsblatt Hochschulinitiative fördert der Campus Talk den aktiven Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Moderiert durch einen Handelsblatt-Redakteur erhalten die Studierenden in lockerer Atmosphäre Einblicke in Unternehmen und Trends einer Branche, diskutieren Fachthemen und können Fragen zu Karriere und Berufswegen stellen.

www.hochschulinitiative.handelsblatt.com

 

 

Die Universität Bayreuth

Die Universität Bayreuth ist eine junge, forschungsorientierte Campus-Universität. Gründungsauftrag der 1975 eröffneten Universität im Norden Bayerns ist die Förderung von interdisziplinärer Forschung und Lehre sowie die Entwicklung von Profil bildenden und Fächer übergreifenden Schwerpunkten. Im interdisziplinären und innovativen Bereich der Materialwissenschaften zeigt sich dies beispielhaft besonders deutlich: Hier konzentrieren sich mehr als 30 Arbeitsgruppen aus drei Fakultäten auf den Schwerpunkt Polymer- und Kolloidwissenschaften. Der Wissens- und Technologietransfer hat in den letzten Jahrzehnten immens an Bedeutung gewonnen. Die Universität Bayreuth hat das Thema bereits früh als maßgeblich erkannt und ihr Handeln danach ausgerichtet. So erbringt sie international konkurrenzfähige Forschungsleistungen und bietet beste Studienbedingungen. Die Forschungsprogramme und Studienangebote an der Universität Bayreuth decken die Natur- und Ingenieurwissenschaften, die Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie die Sprach-, Literatur und Kulturwissenschaften ab und werden beständig weiterentwickelt. Die Universität liegt im ‚Times Higher Education (THE) Young University Ranking‘ auf Platz 29 der 200 weltweit besten Universitäten, die jünger als 50 Jahre sind. Derzeit sind an den sechs Fakultäten rund 13.300 Studierende in 151 Studiengängen immatrikuliert.
www.uni-bayreuth.de

 

 

ALTANA AG
ALTANA ist global führend in reiner Spezialchemie. Die Unternehmensgruppe bietet innovative, umweltverträgliche Speziallösungen für Lackhersteller, Lack- und Kunststoffverarbeiter, Druck- und Verpackungsindustrie, die Kosmetikbranche sowie die Elektroindustrie an. Das Produktprogramm umfasst Additive, Speziallacke und -klebstoffe, Effektpigmente, Dichtungs- undVergussmassen, Imprägniermittel sowie Prüf- und Messinstrumente. Die vier Geschäftsbereiche von ALTANA, BYK Additives & Instruments, ECKART Effect Pigments, ELANTAS ElectricalInsulation und ACTEGA Coatings & Sealants, nehmen in ihren Zielmärkten jeweils führende Positionen hinsichtlich Qualität, Produktlösungskompetenz, Innovation und Service ein.

Die ALTANA Gruppe hat ihren Sitz in Wesel am Niederrhein und verfügt über 49 Produktionsstätten sowie über 50 Service- und Forschungslaborstandorte weltweit. Konzernweit arbeiten rund 6.000 Mitarbeiter für den weltweiten Erfolg von ALTANA. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von mehr als 2 Milliarden Euro. Davon fließen jedes Jahr rund 6 Prozent in die Forschung und Entwicklung. Mit einer im Branchenvergleich hohen Ertragskraft gehört ALTANA zu den innovativsten sowie wachstums- und ertragsstärksten Chemieunternehmen weltweit.
www.ALTANA.de
www.ALTANA.jobs

 

Kontakt

Handelsblatt Hochschulinitiative

E-Mail: hochschulinitiative@handelsblatt.com